Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde e.V.

DB InfraGO AG lässt Gleis 3 und 4 in Sulingen erneuern

Neue Schwellen und später auch Schienen wurden per Bahn angeliefert und entlang der gesamten Baustelle verteilt.

In der Kalenderwoche 35 starteten die Gleisbauarbeiten zur Erneuerung von Gleis 3 und 4 im Bahnhof Sulingen. Durchgeführt werden die Arbeiten von dem Unternehmen Matthäi.

Neben der Anlieferung von diversem Baugerät und Material, u. a. Bagger, Radlader, Baucontainer, wurde in der ersten Bauwoche die Baustelle eingerichtet. In den stillgelegten Gleisen 12 und 13 wurde der Bewuchs entfernt. Von der ehemaligen Ladestraße aus wurde eine Bauzufahrt zu Gleis 3 und 4 angelegt. Die Gleise 2, 12 und 13 wurden dazu abgedeckt und mit Schotter aufgefüllt. Das Gleis 2 wurde zusätzlich mit Holzbohlen ausgelegt, sodass hier quasi ein Bahnübergang entstanden ist. Des Weiteren wurde die Weiche 55 am Streckenende vor dem Bahnübergang Hasseler Feldweg ausgebaut und der Schotter vollständig entfernt. Die Weiche war seit Jahren nicht mehr befahrbar und gesperrt. Das Herzstück war bereits herausgetrennt und lag verrückt in der Weiche. Die entstandene Lücke soll durch einen Lückenschluss ersetzt werden.

Die zweite Bauwoche startete noch sehr ruhig. Es wurden mittels Niederbord- und Rungenwagen neue Schwellen und Schienen angeliefert, die auf der gesamten Baulänge verteilt wurden. Per LKW wurde neuer Schotter angeliefert und an der Ladestraße in Gleis 12 und 13 gelagert. Donnerstagabend war der gesamte Bahnhof mit allen Gleisen gesperrt, sodass auch kein Verkehr mehr nach Barenburg möglich ist.

Am Freitag, den 04.09.2026 starteten die Arbeiten so richtig und liefen das gesamte Wochenende rund um die Uhr. Die alten Gleise wurden in für Zweiwegebagger handliche Stücke zerkniffen und ausgebaut. Der alte Schotter wurde ausgekoffert und per Trecker und Mulden zur Ladestraße transportiert. Dort wurde er abgekippt und mit einem Bagger auf dem Gleis 12 und 13 aufgetürmt. Eine Raupe schob im ehemaligen Gleisbett den alten Schotter zusammen, sodass kein Altschotter liegen blieb. Nach und nach wurde dann bereits neuer Schotter verteilt und verdichtet. Am Sonntag wurde der Lückenschluss am Bahnhofsende im Nordkopf und im Südkopf am Bahnübergang Nienburger Straße die neue Weiche 2 gebaut.

In der dritten Bauwoche wurde die neue Weiche 4 und 46 aufgebaut. Zuerst wurde das Gleis 3 neu verlegt. Dazu wurden die Schwellen, welche parallel an Gleis 4 gelagert waren, nach und nach verlegt und anschließend die Schienen montiert. Nach Fertigstellung von Gleis 3 folgte das Gleis 4. Diese Arbeiten wurden in etwa zur Mitte der Woche abgeschlossen und zum Ende der Woche wurde angefangen die ausgebauten Gleisjoche für die Entsorgung auseinander zu bauen und für das Recycling zu sortieren. Damit wurde auch die Gleiswaage von der Straße Am Stellwerk aus wieder sichtbar, nachdem vorher die Gleisjoche direkt vor dem Gebäude auf Gleis 13 gestapelt waren. Auch wurde die Weiche 2 lose mit Schotter aufgefüllt. Nachdem im Laufe der Woche der Schotterberg an der Ladestraße deutlich geschrumpft war, wurde dieser zum Ende der Woche wieder größer. Das musste er auch, da zum Ende der Woche über das Wochenende die Gleise mit einem Zweiwegebagger eingeschottert wurden. Auch die durch den Ausbau der Weiche 55 entstandene Lücke im Nordkopf des Bahnhofs wurde per Lückenschluss geschlossen und lose eingeschottert. Das Einschottern erfolgte ausschließlich per Zweiwegebagger. Ein Trecker mit Mulde wurde mit neuem Schotter befüllt, kippte diesen an Gleis 3 ab, der Zweiwegebagger nahm den Schotter wiederum auf und transportierte ihn mit einem angehängten Wagen mit Mulde zur Arbeitsstelle und baggerte aus der Mulde den Schotter heraus und verteilte ihn im Gleis. Gleis 4 wurde zuerst eingeschottert, danach folgte Gleis 3 von Gleis 4 aus.

Zu Beginn der vierten Bauwoche traf von dem Unternehmen H. F. Wiebe eine Gleisstopfmaschine und ein Schotterplanierpflug ein. Die Gleisstopfmaschine verdichtet den Schotter und der Schotterplanierpflug formt das Schotterbett, sodass seitlich und zwischen den Schwellen der Schotter sauber in Form liegt. Die Arbeiten, insbesondere das Stopfen, wird mehrfach wiederholt, bis das Gleis in der passenden Position liegt und der Schotter verdichtet ist. Zwischen den Stopfarbeiten wird neuer Schotter im Gleisbett verteilt. Mitte der Woche waren diese Arbeiten erledigt und die Schweißer begannen mit dem Verschweißen der Schienen.

Auch wurden zu Beginn der Woche die restlichen Gleisjoche demontiert und die Schwellen, Schienen und Kleineisen sortiert und auf bzw. am Gleis 13 aufgeschichtet. 

Ab dem 17.09.2026 war dann der Bahnübergang Hasseler Feldweg für den Verkehr gesperrt und das Gleis und der Kanal für die Drahtzüge im Bahnübergang wurden ausgebaut. Das ausgebaute Gleisjoch wurde am Bahnübergang abgelegt. Der Asphalt im gesamten Bahnübergang wurde entfernt und am Folgetag ohne neues Gleis erneuert. Somit ist hier nun eine weitere Lücke im Schienenstrang Richtung Bassum und Nienburg (Weser) entstanden.

Das Weichengewicht an der neuen Weiche 46 erhielt im Laufe der Woche ihren zweifarbigen Anstrich mit den Farben Schwarz und Weiß, sodass die Grundstellung der Weiche nun auch erkennbar ist. Die Weichen 2 und 4 im Südkopf wurden nach und nach mit der Stelltechnik ausgestattet, sodass diese wieder vom Stellwerk Sf umzulegen sind.

Ausgehend vom Südkopf wurde zum Ende der Woche damit begonnen in Richtung Norden entlang von Gleis 4 und zwischen Gleis 3 und 4 ein mit feinem Schotter befestigter Weg anzulegen. Entlang von Gleis 4 wurden dazu einige Zentimeter Erde entfernt. Auch wurde damit begonnen den Altschotter abzutransportieren.

Am Ende der Woche waren die Sh 2 Scheiben mit der Bedeutung Schutzhalt in der südlichen Bahnhofszufahrt nicht mehr vorhanden, sodass der Bahnhof vermutlich zu diesem Zeitpunkt für den Bahnverkehr wieder freigegeben war.

Die Bauarbeiten gingen nun in die fünfte Woche. Es wurde weiter an den Seitenwegen an Gleis 4 und zwischen Gleis 3 und 4 gearbeitet. Auch wurde weiter Altschotter abtransportiert. Zur Mitte der Woche war der Berg abtransportiert. Auch wurden per Tieflader die ersten Maschinen abtransportiert. Zum Ende der Woche war der Maschinenbestand deutlich geschrumpft und auch die Baucontainer waren bis auf einen alle abtransportiert worden. Auch wurde im Laufe der Woche die Baustelle aufgeräumt und noch Schrott, Müll und restliches Material im Bereich der Ladestraße gesammelt. An einigen Stellen fanden noch kleinere Abschlussarbeiten statt. Auch wurde die Magnete der Punktförmigen Zugbeeinflussung an den Vorsignaltafeln wieder eingebaut sowie bei den neuen Weichen die Grenzzeichen gesetzt. Des Weiteren wurde die Baustellenzufahrt von der Ladestraße in Richtung Gleis 3 und 4 im und neben Gleis 2 abgebaut.

Am 24.09.2026 tauchte neben dem Gleis am Hasseler Feldweg ein Prellbock auf. Dieser wurde am Folgetag kurz vor dem gleislosen Bahnübergang auf das Gleis montiert. Vor den Baumaßnahmen war das Streckenende vor der nun ausgebauten Weiche 55 nur mit einer im Gleis stehenden Sh 2 Tafel gekennzeichnet.

In der fünften Bauwoche wurden weitere Baumaschinen und der noch verbliebene Container abtransportiert. Auch wurde ein Teil des Schrotts und der alten Holzschwellen abgefahren.

Auch die Neue Westfälische hat über die Bauarbeiten berichtet. Der Artikel kann unten abgerufen werden. Wir danken der Neue Westfälischen für die Bereitstellung des Artikels.

Auch bedanken wir uns bei den Mitarbeitern des Unternehmens Matthäi für die geduldigte Beantwortung unserer Fragen und die gewährten Einblicke in die Bauarbeiten.

Das AEBB wird die Arbeiten in den nächsten Wochen weiter beobachten und hier nach und nach weiter berichten.